Stelle dir vor: An einem Ort im Universum regierte der Allmächtige, ein dreieiniger Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Er regierte über das gesamte Universum. Niemals war der Vater vom Sohn getrennt, niemals lebte er abseits dieser Herrlichkeit. Gott beschloss dennoch, sich zu erniedrigen. Sein Sohn Jesus Christus verlor alle Herrlichkeit und kam auf die Erde, um sich mit der Sünde zu identifizieren. Stelle dir vor: Vater und Sohn waren niemals voneinander getrennt. Doch am Kreuz rief Jesus:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
„Eli, Eli, lema sabachthani?“
Jesus Christus erlebte die menschliche Erfahrung der Trennung, um unsere Sünde zu tragen. Er durchlebte den Tiefpunkt aller Verlassenheit. Denke an eine Mutter und ihr Kind: Die Liebe ist untrennbar, doch bei Trennung hört man Schmerz und Verzweiflung. Um wie viel größer war der Schmerz des Sohnes, der in völliger Einheit mit dem Vater lebte und nun die Last der Menschheit trug? Jesus Christus erniedrigte sich, um dann zur rechten Zeit vom Vater erhöht zu werden. Dieser Weg zeigt uns ein Prinzip: Wer demütig ist, wird erhöht; wer stolz ist, wird fallen. Wer aus eigener Kraft stark sein möchte, wird scheitern – denn die wahre Quelle von Leben und Stärke ist Gott selbst. Wenn wir schwach sind, wird der Herr in unserer Schwachheit stark. In einem demütigen Herzen wohnt wahre Schönheit: Es ist zerbrechlich, rein und schwach – und doch unerschütterlich. Was die Welt gering schätzt, ist im Himmel kostbar.
Der Löwe ist mächtig; er zeigt seine Stärke im Brüllen, doch das geschlachtete Lamm zeigt die wahre Macht Gottes. Jesus’ Sühneopfer übertrifft jede Macht dieser Welt. Du bist nicht dazu bestimmt, stark, unabhängig oder selbstgenügsam zu sein. Du bist dazu bestimmt, schwach zu sein, abhängig zu sein und versorgt zu werden. Darin liegt deine Schönheit. Die Blume zeigt ihre Pracht, obwohl sie nicht selbst versorgt; die Wurzel erhält das Wasser, das wiederum von Gott kommt. Alles hat seinen Ursprung in Gott.
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