Die Menschheit schenkt ihm kaum Aufmerksamkeit. Sie reagiert sogar mit Spott und Hohn auf ihn. Es scheint so, als könnten sie über sein Wesen nicht staunen. Alles andere im Universum scheint so viel größer zu sein. Sie schauen ihn kurz an, doch es dauert nicht lange, und ihre Augen werden wie magisch von anderen Mächten dieser Welt angezogen. Da sehen sie einen Menschen, der viele Reichtümer besitzt und sich alles leisten kann. Dann sehen sie einen Menschen, der sich selbst verwirklicht hat und seine Träume lebt. Dann sehen sie einen Menschen, der nach Erleuchtung strebt und sich scheinbar mit dem Universum verschmilzt. Dann sehen sie einen Menschen, der so stark ist, dass er Dinge geschafft hat, die über dem Durchschnitt liegen. Der Mensch wurde ein Meister der Kampfkünste, ein Talent, das Zahlen mühelos und mit beeindruckender Geschwindigkeit beherrschte, und ein Künstler, der faszinierende und meisterhafte Werke schuf. All diese Dinge und all diese Menschen erhielten die Ehre – nur er nicht.
Doch weshalb eigentlich? Warum schenkte man ihm keine Aufmerksamkeit? Warum versuchten sie nicht einmal, sich auf ihn einzulassen? War er nicht schön anzusehen? Tatsächlich, als er auf Erden lebte und auf dem Kreuz hing, waren die Augen nicht erfreut, ihn so elend anzusehen. Doch tat er es für die Menschen, die er liebte. Dennoch erhielt er dafür keine Auszeichnung, keine Urkunde, auf der stehen würde: „Ausgezeichnet.“ Stattdessen wurde er verspottet und ausgepeitscht.
Nichts an Lohn war ihm geblieben, was sie ihm zu geben bereit gewesen wären.
Den Lohn bekam der Mensch, der viele Reichtümer besaß, nicht der, der alles aufgab, um es denen zu geben, die nichts hatten.
Den Lohn bekam der Mensch, der sich selbst verwirklichte und seinen Traum lebte, nicht der, der alles aufgab und sich bis zum Tiefpunkt erniedrigte, um denen den Lohn zu geben, ohne dass sie es sich verdient hatten.
Nichts an Lohn war ihm geblieben, den sie zu geben bereit gewesen wären.
Den Lohn bekam der Mensch, der viele Reichtümer besaß, nicht der, der alles aufgab, um es denen zu geben, die nichts hatten.
Den Lohn bekam der Mensch, der sich selbst verwirklichte und seinen Traum lebte, nicht der, der alles aufgab und sich bis zum Tiefpunkt erniedrigte, um denen den Lohn zu geben, obwohl sie sich nichts verdient hatten.
Den Lohn bekamen all jene, die in der Welt alles hatten, nicht der, der in der Welt nichts hatte, um uns dadurch alles zu schenken.
Den Lohn bekamen all jene, die auf ihr eigenes Wohl schauten, nicht der, der auf das Wohl der Anderen schaute.
Den Lohn bekamen all jene, die sich gegenseitig hassten, sich zerstörten, schlechte Worte über ihre Lippen kommen ließen, nicht der, der alle von ganzem Herzen liebte und sprach: „Betet für eure Feinde.“
Den Lohn bekamen all jene, die sich erhöhten, nicht der, der sein Gegenüber erhob.
Alle bekamen sie ihren Lohn – doch für ihn war kein Lohn übrig. Für seine Taten, an denen sich nichts Schlechtes finden ließ und mit denen sich wahrlich niemand messen konnte, wurde er gekreuzigt. Keiner wollte ihn ansehen. Keiner schenkte ihm Beachtung. Doch warum eigentlich? Weshalb erhielt ein anderer den Lohn, obwohl er doch nur von seinem selbstsüchtigen Wesen getrieben war? Nun — ich bin wirklich nicht perfekt, ich Mensch —, doch an diesem ist etwas Besonderes zu finden. Das könnte man doch wenigstens sagen. Doch er erhielt keinen Lohn — nicht von der Welt. Denn er war nicht von dieser Welt. Wie hätte er erhöht werden können, wenn die Menschheit nicht nach den Prinzipien des Himmels lebte, sondern nach denen des Fürsten dieser Welt und der Sünde? Er konnte in dieser Welt kein Ansehen finden. So wurde er nicht von der Welt erhöht, doch er wurde erhöht von dem, der ebenso wenig von der Welt war wie er: vom Vater. Dieser erhöhte ihn, verlieh ihm seine Herrlichkeit und gab ihm das Zepter in die Hand. Nun wurde der, der erniedrigt worden war, Herrscher über das gesamte Universum – um es ebenso jenen zu schenken, die an ihn glaubten. Denen, die geschaffene Wesen waren, wurde Anteil gegeben an dieser Herrlichkeit.
Doch er blieb der Welt verborgen. Nur der, der nicht von dieser Welt war, konnte denen die Augen öffnen, die blind waren. Doch viele sind noch immer blind. Die größte Tat erfährt die meiste Anerkennung, die kleinste — die aus dem Herzen entspringt — die geringste. Doch er ist der, der sich im sanften Säuseln des Windes offenbart. Er ist der, der in der Stille zu finden ist. Er ist der, der Friede ist. Und dennoch gehört ihm das Universum — das Brüllen des Löwen wie auch die starken Wellen, die mit voller Wucht an die Felsen peitschen. Weil der Mensch getrieben ist von seinen Lüsten, Begierden, Sehnsüchten, Wünschen und seiner Sünde, erkennt er ihn nicht. Er sieht nur das, was auf der Welt ist, aber nicht, was abseits der Welt liegt. Er wagt es nicht, über den Tellerrand hinauszuschauen, denn dorthin schaut er nicht gern. Er sieht nicht gern zum Kreuz hinauf, denn das Kreuz offenbart ihm die Tiefen seiner Herzkammern.
Um keinen Preis will er sein Hab und Gut hergeben, um sich dann kreuzigen zu lassen. Er möchte nicht an dieses Kreuz gehen. Er möchte nicht, dass der alte Mensch stirbt. Nein, er will nicht sterben, dieser alte Mensch. Doch er muss sterben, damit er leben kann. Er, samt seiner Sünde, muss ans Kreuz. Das Fleisch wird um Hilfe schreien, doch die Seele wird gerettet werden. Du Mensch, schaue ruhig zweimal dorthin oder — noch besser — wende deinen Blick nicht von ihm ab, denn er ist der Weg hinaus aus dieser Welt.
Ja, der, der keine Aufmerksamkeit erhielt, ist der König der Könige - Jesus Christus.
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