Der erste Mensch trennte sich von der Quelle des Lebens und war somit tot im Geist. Der zweite Mensch war gekommen, um den Tod zu besiegen, und das tat er – er ist auferstanden.
Jesus Christus ist Gott, doch er legte seine Göttlichkeit auf Erden ab und machte sich uns gleich, um den Weg für uns zu beschreiten. Auch er ging durch Herausforderungen – doch weil er in tiefer Verbundenheit mit dem Vater lebte, durchlief er einen sündlosen Weg. Erst als der Heilige Geist auf ihn kam, tat er Wunder. Zunächst verwandelte er Wasser in Wein, dann heilte er Menschen und zum Ende hin ließ er sogar Tote auferstehen. Er wandelte vollkommen im göttlichen Bewusstsein.
Wir waren tot im Geist
Wenn wir uns zu Christus bekehren, werden wir wiedergeboren. Wir sind nicht mehr tot im Geist, sondern Christus lebt in uns. Wir sind nicht Gott persönlich, doch es ist wichtig zu verstehen, dass Christus wollte, dass wir in seinem göttlichen Bewusstsein wandeln. Nicht erst im Himmel, sondern bereits auf Erden. Wir dürfen das Christusbewusstsein nicht mit den spirituellen Lehren vergleichen, die zwar auch auf die Wahrheit hinweisen wollen, sie aber verfehlen. Laut den spirituellen Lehren sind wir das Bewusstsein oder sogar Gott selbst – doch dadurch verleugnen wir, dass es einen persönlichen Gott gibt, der zwar über uns steht, aber mit dem wir dennoch nun verbunden sind und eins geworden sind. Wir sind nicht Gott – aber wir sind in ihm und er in uns. Wir nehmen Anteil an seiner göttlichen Natur. Jesus wollte, dass wir ihm folgen und dass unser altes Ich am Kreuz stirbt und wir nun aufsteigen – zu einem höheren Bewusstsein, welches wir durch Christus haben. Das heißt, wir bleiben nicht passiv. Wir brauchen nicht noch mehr Gebet von außen, sondern wir brauchen vielmehr ein Bewusstsein darüber, wer wir in Wahrheit sind. Wenn wir erfahren, wer wir in Wahrheit wirklich sind, dann wird uns diese Wahrheit frei machen.
Der religiöse Filter
Wir lesen die Heilige Schrift oftmals durch einen religiösen Filter hindurch, missachten dabei aber das geistige Verständnis der Schrift. Dabei geraten wir in einen passiven Zustand, der auch noch meist durch ein permanentes Schuldbewusstsein begleitet wird. Doch was bedeutet es eigentlich, schuldig vor Gott zu sein? Gott ist kein Tyrann, der mit dem Finger auf uns zeigt, damit wir uns schuldig fühlen. Nein, wir sind abgewichen von unserer göttlichen Natur. Man könnte sagen, wir sind nicht dazu in der Lage, die göttliche Natur widerzuspiegeln. Jesus ist gekommen, nicht damit wir uns vor ihm schämen, sondern um diese Rechnung zu begleichen, weil wir selbst nicht dazu in der Lage sind. Die Schuld ist es, die uns gefangen hält. Wenn wir schuldig sind, sind wir getrennt von Gott. Wenn wir frei sind, dann sind wir verbunden mit Gott und leben in unserer wahren Natur. Gott möchte natürlich, dass wir in unserer wahren Natur leben und dementsprechend handeln. Er möchte, dass wir frei sind und wir sind es, wenn wir an diese Wahrheit glauben. Wieso möchte er das? Weil er uns liebt.
Wie tun wir das? Durch Metanoia, also durch Sinnesänderung. Wir denken also nicht nach der alten Natur, sondern so, wie Gott denkt. Wir tun es also nicht, damit nun Gott zufriedengestellt wird und wir ihn durch unsere Schuldumkehr beruhigen, sondern weil er möchte, dass wir uns nach der Wahrheit ausrichten, weil wir nur in der Wahrheit frei sind – und ein liebender Gott möchte, dass du frei bist. Er sieht, wie hässlich die Sünde ist und wie sehr sie uns schadet. Welche Mutter oder welcher Vater möchte denn, dass seinem Kind Schaden zugefügt wird?
Das religiöse System hat uns nun zu Menschen gemacht, die auf Gott warten und hoffen. Die ihn zwar anbeten, und das ist vollkommen richtig – nur Jesus Christus gebührt alle Ehre – doch dabei fühlen wir uns selbst klein, minderwertig und schuldig vor Gott. Lass dir sagen, dass du durch Christus eine vollkommen neue Natur erhalten hast. Du sollst dich nicht anstrengen, nicht zu sündigen, also das Ziel zu verfehlen, sondern du musst nicht mehr sündigen, denn Christus ist in dir. Wie oft beschäftigen wir uns mit der Sünde und zeigen der Welt nun auf, was wir tun dürfen und was nicht. Die Sünde ist hässlich, ja, doch das Beschäftigen mit der Sünde wird uns nicht dazu fähig machen, nicht zu sündigen. Jedes Mal, wenn wir sündigen, verfehlen wir das Ziel und handeln nicht unserer göttlichen Natur entsprechend. Doch was passiert, wenn wir uns unserer göttlichen Natur bewusst werden? Wir wollen nicht sündigen – denn es passt einfach nicht zu unserer Natur. Werden wir es dennoch tun? Höchstwahrscheinlich. Doch unser Bewusstsein über die Sünde verändert sich und somit wird es uns leichter fallen, das Ziel nicht zu verfehlen, sondern gottbewusst zu leben.
Die spirituelle Lehre
Ich möchte noch kurz auf die östlichen, spirituellen Lehren eingehen und dabei zunächst betonen, dass sie nicht auf die absolute Wahrheit hinweisen. Sie sind auf der Spur, aber sie verfehlen oftmals das Ziel, da sie den persönlichen Gott auslassen. Nach der östlichen Lehre sind wir eins mit allem, was ist. Wir sind Gott persönlich. Ich kann sehr gut verstehen, warum diese Lehre für viele Menschen Sinn macht und auch einfach zu verstehen ist. Doch nun ist da ein Gott, der uns gegenübersteht, und dennoch sind wir, wenn wir wiedergeboren sind, eins mit ihm. Gott ist Gott, der von sich sagt: „Ich bin, der ICH BIN.“ Wir sind geschaffene Wesen, die seine göttliche Natur widerspiegeln. Wir bleiben dabei stets empfangende Geschöpfe, die ihre Identität niemals aus sich selbst, sondern allein aus der ununterbrochenen Verbindung zum Schöpfer beziehen.
Man könnte sagen, wir erkennen uns selbst in ihm und er wirkt durch uns, aber wir sind nicht er, sondern wir nehmen Anteil an seiner Herrlichkeit. Wir tragen seine DNA in uns – wir sind wie er, aber wir sind nicht Gott persönlich. Ich denke, für viele ist es schwer vereinbar, dass wir zwar nicht Gott sind, aber dennoch eins mit ihm. Bei diesem Gedanken verspüren wir eine gewisse Trennung. Doch er ist der Weinstock, wir sind die Reben. Wir sind vollständig verbunden mit ihm, ohne er selbst zu sein. Er ist die Quelle des Lebens und wir trinken von der Quelle des Lebens. Nun sind wir bereits gesättigt und ein lebendiger Strom von Wasser fließt durch uns hindurch. Der Heilige Geist bewohnt uns und macht uns dazu fähig, wie er zu sein!
Satan ist dort, wo wir ihn nicht vermuten
Viele kennen den Vers „der Satan selbst tarnt sich als Engel des Lichts“ (2. Korinther 11,14). Dabei denken wir meist an Verführung und falsche Lehren außerhalb der christlichen Gemeinde. Doch genau da, wo wir Satan am wenigsten vermuten, treibt er am allermeisten sein Unwesen. Er hat ein System in den Gemeinden geschaffen, das uns Christen klein macht und unfähig dazu, in unserer christlichen Natur zu wandeln, indem er sagt, dass du dadurch Gott lästerst, indem du dich ihm gleichmachst. Doch wir machen uns nicht Gott gleich, sondern wir leben in seiner Natur. Was tun wir, wenn wir in seiner Natur leben? Wir denken wie er, wir handeln wie er – weil er durch uns lebt. Wir dürfen nicht einzelne Verse nehmen, sie aus dem Kontext reißen und eine ganze Lehre daraus machen. Auch müssen wir, denke ich, verstehen, dass wir in einer Welt aufgewachsen sind, die durch weltliche Systeme beherrscht wird – doch wir dürfen diese Systeme nicht auf die Gemeinde übertragen. Wir sind nicht von der Welt, sondern wir kommen von Gott.
Was bedeutet das nun persönlich für dich?
Merke dir: Wenn es die Wahrheit ist, dann wirst du dich FREI fühlen. Wenn du dich noch in irgendeiner Hinsicht gefangen fühlst, bist du nicht frei. Das bedeutet nicht, dass du nun alles erfasst hast und keine Herausforderungen mehr erlebst. Wenn wir Christus nachfolgen, bedeutet es, einen Prozess zu durchlaufen. Auch kann dies bedeuten, dass du noch mit vielen Schattenthemen konfrontiert wirst, die du nicht sofort, sondern nach und nach ablegen wirst. Im Geist bist du bereits frei, doch das Erkennen darüber findet in einem Prozess statt. Es geht vielmehr darum, dass du ein Verständnis über deine göttliche Natur bekommst – also um das schrittweise Erwachen der Seele.
Du bist heute dazu in der Lage, Dämonen auszutreiben, Blinde sehend zu machen und Tote aufzuerwecken oder deine Feinde zu lieben. Du bist dazu in der Lage, in einer tiefen, innigen Verbindung mit dem Vater zu leben, und diese Verbindung ist wichtiger als alle Erkenntnisse.
Wenn du in vollkommener Hingabe zu deinem Vater lebst, wie Jesus es tat, dann werden auch Wunder und Zeichen geschehen. Du lebst also in vollkommener Demut und weißt, alles Gute kommt von ihm, und dennoch fühlst du dich nicht klein und minderwertig vor Gott. Nein, es ist eine absolut natürliche Beziehung und sie besteht aus der reinen Liebe. Der Vater beschenkt dich – es ist kein Zutun von deiner Seite aus nötig. Du darfst deine Arme fallen lassen, um dich von eigenen Werken zu trennen, aber du darfst und sollst sie heben, um zu empfangen und danach zu handeln. Du bist ein Kind Gottes und er ist Gott und ihr steht in einer Liebesbeziehung gegenüber und seid dennoch miteinander verbunden, ohne jegliche Trennung. Alles geschieht aus der Liebe heraus, denn er ist die Liebe selbst. Fühle dich frei, denn du bist frei, wenn du an die Wahrheit glaubst. Nichts kann dich von Gott trennen. Auch keine Sünde. Das bedeutet nicht, dass du die Sünde gutheißt und nun frei heraus sündigen sollst. Nein, gerade weil du frei bist, möchtest du nicht mehr sündigen. Du möchtest das Ziel nicht verfehlen, verbunden mit Gott zu sein, von all seiner Herrlichkeit durchdrungen zu werden und in vollkommener Hingabe aus ihr heraus zu leben.
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